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 Schütte dein Herz vor Gott aus!

(Psalm 62,9)



Liebe Pfarrangehörige,

nur noch wenige Menschen pflegen ein Gebetsritual und in der Schnelllebigkeit unserer Zeit bleibt für ein Innehalten der Seele meist kein Raum mehr. Deshalb möchte ich Sie einladen in der Ferien- und Urlaubszeit das Herzlabyrinth (Vorderseite) genauer zu betrachten bzw. es mit dem Finger nachzuspuren und in der Mitte, im Herzen anzukommen. Unser Herz ist nicht nur Sitz von Gefühlswelt und Wille, sondern auch Rückzugsort, an dem der Mensch zu sich finden und mit Gott in Beziehung treten kann.

Was das eigene Herz bewegt, gilt es zunächst wahrzunehmen und im Blick auf diese Gefühle sich Gott hinzuhalten. Gott ist als Gesprächspartner gegenwärtig und „hat sein Ohr an deinem Herzen“, wie der Hl. Augustinus sagt. Wer um sich weiß und achtsam mit sich umgeht, wer sein Herz im Gebet Gott hinhält und etwas von Seiner Eigenart erahnt, dem eröffnen sich neue Perspektiven: die Kräfte und Schätze der Natur sprechen zu ihm von der Vielfalt und Größe der göttlichen Schöpfung. Freude und Not Anderer rühren sein Herz an und machen es weit.

Wenn Sie in sich hineingehorcht haben und gespürt haben wie es ihrem Herzen geht, dann können Ihnen folgende Gebetsanfänge Hilfe sein:

Guter Gott, ich komme zu dir, um dir von meinem Herzen zu erzählen: …

Ich bitte dich: Fülle unsere Herzen mit…

Und so wünsche ich Ihnen einen erholsamen und schönen Urlaubsmonat und schließe mit einem Gebet einer Schülerin aus der 2. Klasse:

Guter Gott, ich bitte dich: Fülle unsere Herzen mit Liebe, Freude und dem Gefühl beim Essen von Schokoladeneis

Ihre Gemeindereferentin

Maria Bartl

 

Fremde beherbergen

Wer irgendwo fremd ist, hat am unbekannten Ort keinen Rückhalt in seiner Familie, bei Freunden und Nachbarn, in früheren Leistungen. Er oder sie ist angewiesen auf das Wohlwollen der anderen, die auf ihn fremd und furchteinflößend wirken.

Der Fremde und das Fremde wirken auf beide Seiten bedrohlich. Das spüren vor allem die Menschen unter uns, die uns durch ihre Hautfarbe, ihre Kultur, ihre Religion, ihr Brauchtum fremd sind – „Ausländer“ oder Menschen auf der Flucht oder auf der Suche nach guter Arbeit... – und alle Menschen, die „anders sind“.

Die jüdisch-christliche Religion stellt die Fremden unter Gottes Schutz: "Der Herr liebt die Fremden und gibt ihnen Nahrung und Kleidung - auch ihr sollt die Fremden lieben, denn ihr seid Fremde in Ägypten gewesen" (Dt 10,18 f). Heute beginnen wir zu ahnen, dass die Begegnung mit anderen Kulturen uns bereichern kann.

"Ich war fremd und obdachlos..."

das kann heißen:

keine Bleibe haben, lange ein "Zugezogener", kein "Einheimischer" sein, sich als Ausländer entwurzelt, einsam, ausgeliefert fühlen, angewiesen sein auf die Aufnahmebereitschaft, auf das Wohlwollen anderer, die mir fremd sind, vor denen ich Angst habe, hilflos in einer fremden Stadt umherirren, ausgegrenzt sein wegen meiner Rasse, Religion, Konfession, Kultur, meiner Lebensweise...

"...und ihr habt mich aufgenommen"-

kann heißen:

bei der Wohnungssuche helfen, als Einzelner, als Gemeinde gastfreundlich auf Fremde (Touristen, Studenten, Migranten, Zuwanderer, Flüchtlinge) zugehen, neu Zugezogene begrüßen, multikulturelle Feste gestalten, Treffpunkte für Wohnungslose schaffen, Integrationshilfen geben (z.B. Sprachkurse, Aufnahme in Vereine...), Kirchenasyl bei Todesgefahr für politisch Verfolgte bieten, sich dafür einsetzen, dass sich Europa nicht länger gegen die Aufnahme von Menschen auf der Flucht sperrt...

Quelle: (Homepage Bistum Trier)

Christina Liebl